Die Comyn

In Kürze kann man sagen, dass die Comyn die herrschende Kaste auf Darkover sind. Die Aristokratie, welche die Geschicke de Welt lenkt. Das alleine reicht aber nicht aus, den Status der Comyn auf Darkover zu verstehen.
Denn das, was sie auszeichnet und zur herrschenden, gar göttlich verehrten Klasse macht, sind ihre PSI-Fähigkeiten – das Laran.

Laran war die Psi-Kraft, die die Comyn der Domänen über das gewöhnliche Volk hinaushob…
(Der Verbotene Turm)

Herkunft der Comyn

Die Entwicklung des Laran und die Etablierung der Comyn gingen vermutlich Hand in Hand und begannen bereits mit den Ereignissen nach der Bruchlandung des Siedlerschiffes.
Da das Laran mit den Comyn unweigerlich verknüpft ist, muss man zum Verständnis der Herkunft der Comyn die Entstehung des Laran unter den gestrandeten Siedler betrachten.
In den Romanen hat Marion Zimmer Bradley die Entstehung / Entwicklung des Laran niemals hinlänglich, schlüssig oder fassbar erklärt. Sie beließ es dort bei dem „unscharfen Bild der Vergangenheit“, durch das eine exakte Erklärung nicht gänzlich möglich ist. Weder für die Protagonisten der Bücher, noch für den Leser selbst.

Allgemein werden mindestens drei Faktoren in den Büchern genannt, durch welche sich bei den gestrandeten Siedlern das Laran entwickelt haben soll.

a) die Pollen der Kireseth – Blüte
b) latente ASW-Fähigkeiten der Siedler (explizit derer der New Skye-Gruppe)
c) Vermischung mit den Chierie

Die Pollen alleine können nicht für die Ausbildung der Telepathie und dem Laran verantwortlich sein, die sich einzig bei den Comyn zeigt. Diese wirken sich bei einem Geisterwind auf alle ihm ausgesetzten Individuen (Tier wie Mensch) aus. Die berauschende Wirkung und das irreguläre Verhalten unter der Einwirkung der Pollen kann als eine Art Übersprungverhalten auf die, durch die Pollen verstärken Sinneswahrnehmungen, interpretiert werden. Auch wenn sie sicherlich den 6. Sinn stärkt und außersinnliche Wahrnehmung steigert oder stimuliert (wozu sie später in den Türmen genutzt wird), kann man jedoch nicht sagen, dass sie entscheidend zur Entwicklung des Laran beigetragen hat. Denn den Pollen waren – wie z.B. in „Die Landung“ beschrieben – ein Großteil der Menschen ausgesetzt. Das Laran entwickelte sich jedoch nur bei einer kleinen Gruppe.
Latente ASW (außersinnliche Wahrnehmungen) – Fähigkeiten mögen bei den Siedlern vorhanden gewesen sein, es kann sich aber auch lediglich um Intuition und einen geschärften 6. Sinn gehandelt haben.
Zu behaupten, dass lediglich die Mitglieder der Neu-Hebriden-Gruppe diese Fähigkeiten latent besaßen, dürfte bei der Mischung der Menschen der heutigen Zeit etwas unwahrscheinlich sein.

Sicherlich sind dies am Rande Faktoren, die mitgewirkt haben, die aber wohl nicht der ausschlaggebende für die Entstehung des Larans war. Dies dürfte wohl die Verbindung zwischen Menschen und Chierie gewesen sein. Die unter dem Einfluss der Pollen des Kireseth und einer möglichen ASW-Begabung des Menschen eher zu Stande kam als unter normalen Umständen. Pollen und ASW-Begabung schufen sozusagen ideale Verhältnisse für die Verbindung zweier unterschiedlicher Spezies.
Das besondere dabei ist, das es bei der Kreuzung zweier – wenn auch beides humanoider – Spezies zu wiederum fortpflanzungfähigen Nachkommen kam. Wo dies gewöhnlich zu sterilen Nachkommen führt. Dies wurde in dem Auftreten von Emmascas unter den Comyn aufgegriffen, jedoch dort mit anderen Aspekten vermischt.

Das sich das Laran und die Herkunft der Comyn von den Chierie ableitet, wird auch in den sich entwickelnden Legenden deutlich. In „Die Weltenzerstörer“ wird die Legende von Kirestellie und dem Lord von Carthon erzählt. In der Legende wird deutlich hervorgehoben, dass Kirestellie dem Volk der Chierie entstammt und es zu dieser Zeit noch keine Comyn unter den Menschen gab.

In den alten Tagen hielten die Herren von den Tälern Hof in Thendara. Damals gab es noch keine Sieben Domänen und keine Comyn.
(Die Weltenzerstörer)

Ähnlich erzählt das Chierie in „Die Kräfte der Comyn“ die Geschichte von Kirestellie in Kurzform.

Die erste Vermischung zwischen Chierie und Menschen fand jedoch nicht erst einige Generationen nach der Bruchlandung statt, wie in der Legende von Kirestellie angedeutet, sondern bereits kurze Zeit nach dem Absturz. Im Geisterwind begegnet Judith Lovatt einem Chierie und empfängt von ihm ein Kind. Damit könnte man Judith Lovatt zu den Stammeltern der Comyn zählen.
Die Abstammung von der Erde geriet im Laufe der Generationen bei den Nachkommen in Vergessenheit.

„Die Zeit kam, da vergaßen sie ihre Herkunft;“ sagt das Chierie zu Kennard Alton und Lerrys Montray in „Die Kräfte der Comyn“.

Damit vergaßen sie auch, wie wohl einige von ihnen die PSI-Fähigkeiten erlangt hatten, die sich mit und mit entwickelten. Wie genau es dazu kam, dass sich das Laran so stark und beständig unter den Menschen festigte und sich die Comyn in der Gesellschaft heraus bildeten, belässt Marion Zimmer Bradley im Dunkeln und der Phantasie ihrer Leser. Sie hat nichts über diese Entstehungszeit geschrieben, die wohl prägend für die Gesellschaft Darkovers und das Entstehen der Klasse der Comyn war.

Die Comyn im Zeitalter des Chaos, die nach der Landung die nächste Epoche ist, über die von Darkover berichtet wird, erklären die Herkunft des Larans durch Legenden. Ein Gespinst aus Mythen und Religion ist über die Zeit hinweg entstanden.
Eine der tragenden und bedeutendsten Legenden, welche die Herkunft der Comyn beleuchtet, ist, wie schon genannt, die Legende um Kirestellie und den Lord von Carthon. Für die Comyn und ihren Herrschaftsanspruch ist die zweite wichtige Legende jedoch weit bedeutender.
Dies ist die Legende von Hastur und Cassilda.
In ihr erhält das Laran durch Hastur, den Sohn des Lichtes (des Gottes Aldones) eine göttliche Herkunft.
Die Comyn sind damit nicht einfach Menschen mit besonderen Fähigkeiten, da sie sich mit einer telepathisch begabten Rasse paarten. Sie sind von göttlicher Abkunft, da Hastur vom Himmel herab stieg und sich eine menschliche Frau nahm. Aus den Worten des Chierie aus „Die Kräfte der Comyn“ geht jedoch hervor, dass dieser Hastur einfach nur der Sohn Kirestellie und des Lords von Carthon gewesen sein mag.

Und dieser Sohn, Hastur, liebte eine Frau deines Volkes, Cassilda, und durch diese Verschmelzung in ihren sieben Söhnen entstanden die Sieben Domänen, auf die du so stolz bist.
(Die Kräfte der Comyn)

Jedoch widersprechen sich in dieser Beziehung die Angaben und Erzählungen. An anderer Stelle wird Cassilda als eine Nachfahrin Kirestellies genannt und das Kirestellies Sohn Robardin hieß. Einem der Söhne von Carthon wurde dann Cassilda geboren, die die Braut von Hastur war, und nun nahmen die Sieben Domänen ihren Anfang.
(Die Weltenzerstörer)

Es heißt, Hastur, Sohn von Aldones, dem Herrn des Lichts, kam bei Hali auf unsere Welt. Er umwarb und gewann Cassilda, Robardins Tochter, die Mutter der Domänen, und deshalb sind alle vom Blut Hasturs mit den Göttern verwandt.
(Die zerbrochene Kette)

Welche Version nun stimmig sein mag, in beiden Versionen ist von Bedeutung, dass ein Chierie eine tragende Rolle spielt.

Entwicklung der Comyn zur herrschenden Kaste

Das Laran also ist es, das die Comyn über das gewöhnliche Volk Darkovers heraus hebt und sie zur herrschenden Kaste macht. Obwohl die Comyn es als eine göttliche Gabe ansehen, die sie durch die Verbindung Hasturs mit der Sterblichen Cassilda erhielten, gelangte sie einzig durch die Chierie in den Besitz dieser Gabe.

Aber einige dieser Kinder (mit Menschen), die … bei Menschen aufwuchsen, weil unser Volk sie aussetzte, brachten die Laran-Gaben und telepathische Kräfte in die Familien der Comyn.
Und auf keine andere Art…

(Keral in „Die Weltenzerstörer“)

Über das Aufkommen des Larans steht in den Romanen nichts geschrieben. So verbleibt es bei Vermutungen, wie es sich entwickelt hat und wie die Menschen wohl zunächst mit diesen Fähigkeiten umgingen.
Es muss sich in der fremden Welt jedoch als nützlich erwiesen haben und so gelangten die Menschen mit Laran in Machtpositionen und zu Ansehen.
Der Beginn der Comyn.
Vielleicht hat man zu beginn das Laran noch nicht gezielt gezüchtet, aber da sich die Menschen / Familien damit in Machtpositionen befanden, werden sie folglich untereinander geheiratet haben. Obwohl es, wie in Herrin der Stürme erwähnt, noch lange die Gruppenehe gab, die zur Vergrößerung des Genpool notwendig war.

In früheren Zeiten (Allart hatte in Nevarsin einiges über die Reichsgeschichte gelesen) waren Trauungen wie diese undenkbar gewesen. Es wäre Frauen als eine Form von Selbstsucht ausgelegt worden, hätten sie nur einem Mann allein Kinder geboren, und die Gen-Auswahl war ausgeweitet worden, indem man die Anzahl der möglichen Verbindungen erhöhte.
(Herrin der Stürme)

Der Gebrauch des Larans oder zumindest der Gebrauch der Macht, die damit einher ging, veränderte sich im Laufe der Zeit. Als man vermutlich erkannte, dass diese Gaben auf bestimmte Familien beschränkt waren und sich durch die Gruppenehe unter die gesamte Bevölkerung vermischen konnte. Und somit allen zugänglich war und die außergewöhnliche Position ihrer Besitzer schmälerte. Es war damit kein außergewöhnliches Talent mehr und hob die Besitzer nicht mehr hervor.
Im Zuge dessen entwickelte sich vermutlich auch das Zuchtprogramm, in dem das Laran gezielt gefördert und schon die ersten Ausprägungen gefördert wurden.

Was immer auch geschehen war, diese längst vergangenen und beinahe vergessenen Zeiten der Gruppenehe waren in dem Moment verschwunden, als die Familien anfingen, Macht zu erwerben. Erbfragen und das Zuchtprogramm hatten die genaue Kenntnis der Vaterschaft notwendig gemacht.
(Herrin der Stürme)

Damit konnten sich die Besitzer des Larans als herrschende Klasse etablieren, da sie durch sie einen klaren Vorteil zum Überleben auf dem Planeten hatten.
Vermutlich entstanden auch in dieser Zeit die Legenden von Kirestelie sowie Hastur und Cassilda, um diesen Herrschaftsanspruch zu legitimieren und eine Erklärung für die Herkunft des Laran zu finden.



weiteres in Arbeit


Beara Delleray 2009/11/17 19:15

 
die_comyn.txt · Zuletzt geändert: 2009/11/29 13:34 von beara
 
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